Wenn Kritikern das Wort gewährt wird, sind die Aktionäre längst schon wieder auf Ihrem Weg nach Hause.

Das Bayer mit den Neonikotinoiden Clothianidin und Imidachloprid die Nutzinsekten unserer natürlichen Landschaften vernichtet, um einige Schädlinge zu bekämpfen, will man als Aktionär nicht hören.

Die größten Umweltsünden resultuieren immer aus Profitgier von Minderheiten, während die Allgemeinheit die Unkosten tragen muß.

Bis ein Skandal aufgedeckt wird, ist das Kind meist schon in den Brunnen gefallen.

 

Manfred Gerber, Umweltbund e.V. auf der Aktionärsversammlung der Bayer AG

Rede von Manfred Gerber Umweltbund e.V. auf der Hauptversammlung der Bayer AG 2010 zum Insektensterben

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Name ist Manfred Gerber, ich möchte Ihnen als Mitglied des Umweltbund e.V. einen Überblick zur Situation der Bienenvölker und Nutzinsekten sowie deren Umfeld in Deutschland verschaffen.

Leider ist das Wohl unserer Bienen mit dem Erfolg der Geschäftstätigkeiten der Firma Bayer AG eng verknüpft, denn unsere Bienen sammeln Nektar und Pollen die Ihre Produkte aus dem Pflanzenschutzmittelbereich enthalten, wie lecker!

Wie Sie, meine sehr verehrten Aktionärinnen und Aktionäre sicherlich ahnen können, sind diese Mittel sehr wirksam. So wirksam, dass Pestizidrückstände im Bienenbrot und im Honig unsere Bienen derart schädigen, dass ein Imkern in Koexistenz zur konventionellen Landwirtschaft nicht mehr möglich zu sein scheint.
In diesem Winter 2009/2010 sind nach Schätzungen von Fachleuten des Umweltbund e.V. in Deutschland je nach Region zwischen 30 und 60 % der Bienenvölker verendet. Das sind im Schnitt etwa 20 - 50 % mehr als üblich.

Diese Zahlen zeigen mehr als deutlich, dass die Faktoren, die zum Bienenvolksterben führen, heute andere sind, als vor 20 oder gar 100 Jahren.
Anfang des 20ten Jahrhunderts hielten Imker in Deutschland 4 Millionen Bienenvölker. Vor zehn Jahren war es noch eine Million. In diesem Frühjahr sank die Zahl auf knapp 500000 Bienenvölker. In Anbetracht dessen, dass der Bien als das drittwichtigste Haustier gilt, eine mehr als Besorgnis erregende Zahl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrter Vorstand, ich möchte Ihnen nun aufführen, in wie weit die Firma Bayer Ag einen Hauptteil der Schuld an diesem Debakel trägt.

Untersucht man das Bienenbrot, also die Nahrung unserer Bienen, findet man einen Mix aus etwa 50 chemischen Substanzen. Zum größten Teil sind das Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, auch von der Firma Bayer AG.
Während vor einem Jahrzehnt diese Gifte gegen Insekten, Pilzkrankheiten, Nagetiere und Unkräuter auf die von Schädlingen betroffenen Pflanzenteile aufgebracht wurden, um bspw. Nutzinsekten nicht zu gefährden, gelangen heutzutage viele Pestizide bequemer Weise über den Boden in alle Pflanzenteile der Nutzpflanze.

Diese Gruppe der systemischen Pflanzenschutzmittel bereitet Bienenzüchtern und Naturschützern auf der ganzen Welt größte Sorgen und ist verantwortlich für eine der größten Umweltskandale durch die chemische Industrie in dieser Dekade.
Die Firma Bayer Ag hat in diesem Sektor die Nase vorn. Insbesondere von den so genannten Neonicotinoiden verkauft die Firma Bayer Ag mehrere Insektengifte mit verheerenden subletalen Nebenwirkungen und richtet damit weltweit erheblichen Schaden an.
Clothianidin, das giftigste dieser systemischen Pestizide war im Jahr 2008 nachweißlich für ein Bienensterben im Süddeutschland verantwortlich, bei dem mehr als 12500 Bienenvölker verendeten. Die Dunkelziffer liegt weit höher.
Wer meint, dass dieses nachgewiesener Maßen sehr bienenschädliche Mittel inzwischen vom deutschen Markt genommen wurde, der irrt sich gewaltig und unterschätzt den Einfluss der Firma Bayer Ag auf die Landwirtschaftsminister der Bundesländer.

Wie konnte es dazu kommen, dass man in unserem Land durch einseitige Interessen einer Industriesparte die Interessen der Imker, deren Arbeit für die nachhaltige Entwicklung unserer Natur extrem wichtig ist, einfach unter den Tisch kehrt?

Vor einem Jahrzehnt war noch die Biologische Bundesanstalt für den Nachweiß der Bienengefährlichkeit eines neu zugelassenen Pflanzenschutzmittels verantwortlich. So wurden zwar die Interessen der Industrie gerne gehört, die Prüfung der Schädlichkeit von chemischen Substanzen wurde aber durch den Bund durchgeführt und verantwortet.

Heutzutage erledigt die Firma Bayer Ag diese Aufgabe gleich selbst. Allerdings mit dem Haken, dass in Ländern, die diese Studien kritisch betrachten, diese Ergebnisse als unwissenschaftlich dargestellt werden und eine Zulassung verwehrt wird.
Es muss also keinen wundern, das ein Mittel hierzulande als bienenungefährlich eingestuft wird, welches in Frankreich oder Italien verboten ist.

Warum haben sie weiterhin auf eine erneute Zulassung dieses Insektenkillers gedrängt, obwohl ihnen bekannt war, dass das Neonicotinoid Clothianidin eindeutig Bienengefährlich ist und in Süddeutschland für mehr als 12500 tote Bienenvölker verantwortlich war.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA belegt, dass im schnitt 6,7 chemische Wirkstoffe in Bienen, Bienenwachs, Pollen oder Pflanzenproben gefunden werden. Wie diese unzähligen Giftkombinationen subletal auf Bienen und Nutzinsekten wirken, wird von dem Pflanzenschutzmittelhersteller nicht untersucht.

Meine Damen und Herren,
Hier ist der Fehler im System. Ein zwei Flaschen Schnaps täglich, bringt sie innerhalb 48 Stunden nicht um. Macht sie auf Dauer aber sicher nicht überlebensfähig. So verhält es sich mit den Versuchen, die die Firma Bayer AG zur Bienengefährlichkeit durchführt und vom Julius Kühn Institut geheim halten lässt. Subletale Wirkungen und Kreuzwirkungen auf Nutzinsekten werden ignoriert und damit diese nützlichen Helfer gleichsam aus Profitinteressen geopfert.
Da nützt es auch nichts, Herr Wenning, wenn Sie wieder die Märchen von den Bienenkrankheiten erzählen. Machen Sie erst mal Ihre Untersuchungen zu subletalen Wirkungen und Kreuzwirkungen Ihrer Insektizide, denn wir gehen davon aus, dass daraus diese Krankheiten resultieren.
Wen wundert da noch, dass sie in den USA als Werbung für Ihr neues Produkt Movento auf Feldversuche mit Bienenvölkern hinweißen, bei denen gerade noch 12,5 % der Versuchsvölker nach 8 Monaten überlebt haben.

Sehr geehrter Vorstand, sind das die Zustände, die wir Imker in Deutschland in Zukunft zu erwarten haben, wenn unsere Landwirte weiterhin zu Pflanzenschutzmitteln der Firma Bayer Ag und CO greifen?

Auch in Nordamerika erlitten Sie mit Ihrer Zulassung für Movento Schiffbruch, nachdem durchsickerte, dass die Risiken für Bienen bei der Zulassung gar nicht berücksichtigt wurden.


Waren Sie da nicht etwas voreilig? Noch gibt es Bienen, die Sie im Interesse der Menschheit und unserer Nachkommen berücksichtigen sollten.

Doch zurück zum Nutzinsekten- und Bienenkiller Nummer 1 , dem Clothianidin der Firma Bayer AG.
Während herkömmliche Pflanzenschutzmittel auf den jeweils befallenen Pflanzenteil gesprüht werden, um dort gegen bspw. Schadinsekten zu wirken, vergiftet man mit dem systemisch wirkenden Clothianidin zuerst den Boden, um den Wirkstoff in die Pflanze zu bekommen.
Zu Recht wurde diesem in kleinsten Dosen wirksamen Nervengift im letzten Jahr die Zulassung für den Maisanbau entzogen. Doch das nützte nichts.
Das Neonicotinoid wurde bei anderen landwirtschaftlichen Kulturen weiterhin angewendet. Eine Katastrophe für die Umwelt, denn Clothianidin reichert sich je nach Bodenart nach mehrmaligen Anwendungen im Boden an und wird nur sehr langsam abgebaut.
Hier lagert das Gift mit einer Halbwertszeit von bis zu drei Jahren, um alle nachwachsenden Pflanzen für Insekten wiederum in Giftpflanzen zu verwandeln.

Warum haben Sie, Trotz der eindeutig nachgewiesenen Bienenvolkgefährlichkeit und aufgrund der schlechten Abbaueigenschaften, das Mittel nicht sofort vom Markt genommen?

Aufgrund des grenzenlosen Vertrauens unserer Landwirtschaftsminister in die deutsche Chemieindustrie wurde in diesem Frühjahr sogar eine Sonderzulassung für Santana, ein Clothianidingranulat erteilt, um dieses Insektengift wieder für den Maisanbau verfügbar zu machen.
Trotz Protest aller Imkerverbände, trotz Verbot dieser Insektizide in bspw. Frankreich und Italien und im Bewusstsein der extrem hohen Rückstandsgefahr, bieten Sie den Wirkstoff weiterhin als bienenungefährliches Insektizid an und nehmen zudem eine Verseuchung der Böden in Kauf.

Liebe Aktionäre, rechtfertigt der Profit, dass man die Natur dauerhaft mit Giftstoffen belastet und damit Umwelt und den Menschen Schaden zufügt?

In Gebieten in denen die Neonicotinoide der Firma Bayer AG sich seit mehreren Jahren im Boden angereichert haben, überleben Bienenvölker kaum länger als ein halbes Jahr. Hummeln und andere Nutzinsekten kann man an einer Hand abzählen, wenn man noch welche findet.
Wie es um das Leben unterhalb der Bodenkrume steht, können Sie sich denken.

Schießen sie nicht weit über das Ziel hinaus, wenn Sie ganze Landschaften mit Ihren Insektiziden fast Insektenleer machen, um einige Schadinsekten an Maispflanzen zu töten, die man auch mit simplem Fruchtwechsel vermieden hätte?

In den USA verursachen die seit 2006 alljährlich auftretenden Bienenvolk-verluste von über 30 % einen volkswirtschaftlichen Schaden an Pflanzen und Früchten in Wert von etwa 15 Milliarden Dollar.
Mittlerweile deuten alle Untersuchungen darauf hin, dass das in der Nahrungskette der Nutzinsekten gefundene Grundrauschen aus Agrochemikalien letztlich für diese Unkosten verantwortlich ist.

Wenn wir in Europa in Zukunft weiterhin von den Vorzügen der Nutzinsekten und deren enormer Dienstleistung profitieren wollen, darf das Ministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Firma Bayer AG nicht weiterhin einen pauschalen Persilschein ausstellen, sondern muss wie unsere fürsorglichen Nachbarländer Gifte und deren Verträglichkeit selbst prüfen und darüber entscheiden.
Subletale Wirkungen und Kreuzwirkungen von Pflanzenschutzmitteln dürfen dabei nicht weiterhin ignoriert werden.
Die Biene, sowohl Wild- als auch Honigbiene muss als Leittier einer intakten Kulturlandschaft gelten.

Aus Sicht des Umweltbund e.V. ist es bereits 5 nach 12. Um in Zukunft ein großflächiges Aussterben der Bienen und des Nutzinsektenbestandes und ein damit verbundenes Artensterben zu verhindern, fordern wir daher das sofortige Verbot aller systemischen Pestizide, denn

Diese Erde gehört nicht uns, wir haben sie von unseren Nachkommen geliehen.

Danke

Manfred Gerber, 30.4.2010 Bayer Hauptversammlung

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Pressemeldung des Umweltbund e.V. Viernheim den 4.2.2010

Wir www.umweltbund.eu , Initiative der Imker, Landwirte und Verbraucher e. V., fordern den sinnvollen Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen.

Nachwachsende Rohstoffe sind organische Rohstoffe aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion, die als Alternative zu Öl und Gas und zur Minderung des CO2-Austosses dienen.
Mit steigenden Ölpreisen ist der Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Biogasanlagen mittlerweile rentabel geworden. Diese Rentabilität implementiert jedoch nicht die Folgeschäden, die durch den Anbau konventioneller Feldfrüchte entstehen.
Insbesondere beim Anbau von Mais mit hohem Dünger- und Pestizideinsatz resultiert hieraus eine miserable Öko-Bilanz.
Der Umweltbund e.V. fordert in diesem Sinne einen umwelt- und klimaverträglichen Einsatz nachwachsender Rohstoffe.

- Diese nachwachsenden Rohstoffe (Alkohol, Biogas, Öle) müssen klima- und umweltschonend produziert sein.
- Es dürfen keine Pestizide (Spritzmittel) eingesetzt werden.
- Es darf zu keinem Humusabbau kommen.
- Durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sollten blühende Landschaften gefördert werden.
- Auf Getreide- und Rapsfeldern dürfen blühende Kultur begleitende Kräuter, z. B. Kornblume, Grünland und Kleegras nicht durch Herbizide vernichtet werden.

Dr. Friedhelm Berger, Agrarwissenschaftler des Umweltbundes e.V., entwickelte ein Verfahren, um Wiesenschnitt und Klee ohne Energieverluste, wie bisher bei Silage geschehen, für die Gewinnung von Biogas zu konservieren.

Die Vorteile dieses Verfahrens im Gegensatz zu Mais liegen klar auf der Hand.


- Keine künstlichen Stickstoffdüngemittel
Eine Wiese benötigt bei richtiger Produktion keinen Zukauf-Stickstoffdünger, im Gegensatz zum Maisanbau, der aus diesem Grund zudem ständig die Nitratbelastungen des Grundwassers verschlechtert.
Grünland nimmt Dünger effektiver auf.

- Wiesen können giftfrei wachsen.
Da beim Bewirtschaften von Wiesen problemlos auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden kann, spart man Geld und Ressourcen und bewahrt die natürliche Vielfalt.

- Minderung des CO2 Ausstoßes pro ha.
Mais benötigt mehr Dieselaufwand als Grünland.
Kunstdünger heizt das Klima an. Stickstoffoxide, die bei konventioneller Düngung entstehen, schaden dem Klima etwa 310-mal mehr als CO2 aus Verbrennungsmotoren.
Durch den Anbau von Wiesen zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe steigen der Humusanteil der bewirtschafteten Flächen, sowie das CO2-Speicherungsvermögen des Bodens.
Intaktes Bodenleben wiederum verhindert weitgehend das Entweichen von Stickoxiden, Bodenabtrag und Überschwemmungen

- Nachhaltige Förderung der Flora und Fauna.
Wiesen sind der Lebensraum vieler bedrohter Tiere und Pflanzen. Durch schonende
Schnittverfahren und pestizidfreie Produktion können wir diese Tiere und Pflanzen auch für kommende Generationen bewahren.

- Förderung von Nutzinsekten
Das veränderte Klima und die rücksichtslose Ausweitung der konventionellen Landwirtschaft verursachen mittlerweile in vielen Regionen Deutschlands und Europas Hunger bei Bienen und Nutzinsekten.
Diesem Trend könnte durch einen Ausbau der nachwachsenden Rohstoffe im Sinne
des Umweltbundes e.V. entgegen gewirkt werden.

Die Verantwortung für die derzeitige Misslage tragen Bund und Länder, die die gesetzlichen Bestimmungen der europäischen Gemeinschaft zur "Einhaltung der guten fachlichen Praxis" nur ungenügend einhalten und kontrollieren.
Die Einhaltung der guten fachlichen Praxis verlangt das Abwägen der Kosten, Nutzen und Schäden, die durch die Landwirtschaft entstehen.

Diesbezügliche Petitionen des Umweltbundes e.V., Fördermittel der Europäischen Union zur Schulung pestizidfreier Produktion und Nachhaltigkeit bereit zu stellen, wurden bisher von den Bundesländern ignoriert.

Auch ohne diese finanzielle Unterstützung, empfiehlt der Umweltbund landwirtschaftlichen Betrieben eine Zertifizierung und Schulung durch den Umweltbund e.V.
Unsere Betriebe arbeiten nachhaltig über Generationen, umweltfreundlich und sind dennoch wirtschaftlich.

Manfred Gerber
Mitglied des Umweltbund e.V.

Kontaktadresse Umweltbund e.V.:
Eric Zeissloff
7, rue de Lampertheim
F-67370 Pfulgriesheim

Pressemeldung des Umweltbund e.V. Viernheim den 1.12.2010

Weltweites Bienenvolksterben - Vorbote eines großen Artensterbens durch Pestizide

Ein Jahrzehnt Neonicotinoide bringen Naturkreisläufe ins Wanken. Ein holländischer Toxikologe, liefert den Nachweis der Schädlichkeit von Insektengiften. Dass die Schäden weitaus dramatischer sind, als bisher angenommen, beschreibt Dr. Tennekes in seinem Buch:
"The Systemic Insecticides: A Disaster in the Making"

Wir werden wohl bald verstehen, warum das Bienenvolk ein geeignetes Leitinsekt für unsere Natur wäre, wenn wir erlebt haben, was für Folgen das Aussterben einer Insektengattung hat, deren Aufgabe es ist, den Naturkreislauf mit seiner ganzen Vielfalt durch ihre Bestäubung aufrecht zu erhalten. Weltweit sind die Bienen vom Aussterben bedroht.
Selbst Insektenparadiese wie Indien verzeichnen Ernteeinbusen trotz vergrößerter Anbaufläche, wegen der schlechten Bestäubung durch Bienen und Nutzinsekten.
Seit 10 Jahren protestieren Imker gegen den Einsatz von Neonicotinoiden, weil sie gerade dieses Szenario vorausahnten, als Sie jährliche Verluste von durchschnittlich 30 % toten Bienenvölkern hinnehmen mussten.

Schlimmer als DDT ?

Fast 50 Jahre nach dem Rachel Carson das DDT-kritische Buch "Silent Spring" schrieb, erlebt die Welt erneut ein Pestiziddesaster. Während DDT vor allem dadurch negativ auffiel, dass es sich in höheren Spezies anreichert, seien die Neonicotinoide für höhere Säugetiere eher harmlos. Die nachteiligen Folgen für Tiere und Menschen resultieren aus der Zerstörung des Naturkreislaufes. Die Insektizide Imidachloprid, Clothianidin, und Thiachloprid sind im Boden lange persistent. Das bedeutet sie reichern sich bei intensiver Landwirtschaft im Boden an und werden aufgrund systemischer Eigenschaften immer wieder aufs Neue von Pflanzen aufgenommen, die die Nervengifte als Henkersmahlzeit im Nektar und Blütenpollen dann an Nutzinsekten weitergeben.
Der Toxikologe Dr. Tennekes beschreibt in seinem Buch, wie intensiv landwirtschaftlich genutzte Böden in den Niederlanden bereits mit den Noinicotinoiden verseucht sind. Ein globales Problem, denn Imidachloprid und verwandte Nervengifte werden erfolgreich weltweit vermarktet.

Imkerproteste contra Bayer AG - David gegen Goliath

Nach Äußerungen des industriellen Hochadels der Firma Bayer Ag, sind die Imker schlicht und einfach nicht fähig mit der Varroamilbe umzugehen. Einen Hinweis auf die bienenschädliche Wirkung der Neonicotinoide hat man bei dem Chemiegiganten nicht. Diese Meinung teilen dann auch sämtliche Landwirtschaftsminister und das Bundesamt für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und die Presse.

Deutsche Wissenschaftler zurückhaltend

Jeder deutsche Wissenschaftler weiß, wer den deutschen Chemieriesen mit Ihren Milliardengewinnen ein Geschäft verdirbt, kann seinen Beruf für immer an den Nagel hängen. Nach diesem Motto ignoriert man bei den heimischen Bieneninstituten schlichtweg die Studien europäischer und amerikanischer Kollegen. Bereits 1995 bewiesen französische Wissenschaftler die subletalen Wirkungen von Neonicotinoiden. Auch eine Wechselwirkung des Nervengiftes mit einem Krankheitserreger, der Nosemakrankheit ist international bekannt. Selbst nicht mehr messbare Konzentrationen des hochpotenten Insektizids wirkten synergetisch, das bedeutet in diesem Falle die Krankheit fördernd.

Erdrückende Erkenntnisse aus den Niederlanden

Dr. Tennekes von ETS Netherland wies in seiner am 23.Juli 2010 veröffentlichten Studie
The toxicity of neonicotinoid insecticides to arthropods is reinforced by exposure time, nach, dass Insekten durch kleine Dosen über einen längeren Zeitraum verabreicht, genauso geschädigt werden, wie durch eine hohe letale Dosis.
Die Schäden, die durch diese Nervengifte verursacht werden, sind irreversibel. Schon kleinste Dosen führen zur Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten.
Das bedeutet die Neonicotinoide wirken eindeutig subletal bienenvolkschädlich und vernichten unsere Insektenfauna nachhaltig.
In seinem Buch "The Systemic Insecticides: A Disaster in the Making" beschreibt Dr. Tennekes bereits den Rückgang mehrerer Vogelarten in Holland und Europa. DDT wurde verboten, nachdem man feststellte, dass die Raubvögel aufgrund brüchiger Eier vielerorts ausstarben.
Wie lange wird man dieses Mal warten?
Und was kommt dann?
Die nächste Generation Insektengifte liegt wahrscheinlich schon bei der Chemieindustrie auf Lager. Bei Feldversuchen in den USA für ein neues Neonicotinoid überlebten nicht mal 10 % der Testbienenvölker. Auch die Bienen der Kontrollgruppe waren tot.
Man erhielt kein eindeutiges Ergebnis zur Bienengefährlichkeit des nächsten Insektenkillers, aber eine klare Botschaft von Seiten der industriellen Landwirtschaft. Bienen überleben dort nicht mehr.

Schäden unkalkulierbar

Die kopflose Strategie eines Vernichtungsfeldzuges gegen die Insekten verursacht mehr Kosten als man allgemein annimmt.
Bienen und Nutzinsekten sorgen für eine Bestäubung von Obst, Gemüse, Futter- und Wildpflanzen
Bienen und Insekten sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und Amphibien und Ameisen.
Bienen entsorgen Honigtau, der, wenn nicht entsorgt für nicht unerheblichen Schaden an Nutz- und Wildgehölzen verantwortlich ist.
Werden die Insekten und vor allem die bestäubenden Insekten durch flächendeckende Breitbandinsektizide vernichtet, sind sehr viele Arten unseres komplexen Ökosystems vom Aussterben bedroht.
Der Umweltbund e.V. wiederholt daher seine Forderungen an Ministerin Aigner und die Landwirtschaftsminister der Länder, alle Neonicotinoide sofort zu verbieten, um den Schaden an Umwelt und Volkswirtschaft nicht weiter ausufern zu lassen.

Manfred Gerber, Umweltbund e.V.


 

Pressemeldung des Umweltbund e.V. Viernheim den 17.2.2010

 

Umweltbund, Initiative der Imker, Landwirte und Verbraucher e. V. fordert "Aus" für geplanten Großversuch mit Maisbeizmitteln in Baden Württemberg.

 

Das Überleben der Bienenspezies ist ein wichtiger Indikator dafür, wie unsere Landwirtschaft mit den natürlichen Ressourcen aller Menschen umgeht.

Seit 2003 nehmen Imker europaweit ein ungewöhnlich hohes Bienenvolksterben wahr.
Dieser ungewöhnliche Trend mit neuen Symptomen beim Bienenvolksterben sorgt seit 2006 unter dem Überbegriff CCD (Colonie Collapse Dissorder) auch in den USA für erhebliche Verluste.
Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Frankreich belegten bereits vor 7 Jahren einen Zusammenhang des Bienenvolksterbens mit einer neuen Produktklasse von Insektiziden, den so genannten Neonikotinoiden.
Mittlerweile sind diese bereits in kleinsten Dosen auf Insekten verwirrend bis tödlich wirkenden Chemikalien überall zu finden. Die Böden unserer konventionellen Landwirtschaft sind mit diesen systemisch wirkenden Supergiften ebenso belastet, wie Kuhställe, Wiesen, Haus und Freizeitgärten.
Nachdem im Jahr 2008 das Neonikotinoid Clothianidin für ein massenhaftes Bienensterben in Deutschland dingfest gemacht wurde, musste das Mittel für bestimmte Kulturen und Anwendungen vom Markt genommen werden.
Für das Jahr 2010 planen der das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg zusammen mit der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim einen Großflächenversuch mit eben diesen bewiesener maßen bienenvolkgefährlichen Pestiziden in der Oberrheinischen Tiefebene.

Ähnliche Versuche wurden bereits 2009 in Österreich durchgeführt und belegten erneut die tödliche Wirkung dieser Maisbeizmittel für Bienen.

Die Anzahl der Bienenvölker sinkt besorgniserregend, trotz steigender Imkerzahl.
In immer mehr Gebieten überleben keine Bienen mehr, haben wir keine Insekten für die Bestäubung unseres Obst und Gemüses.

Der Umweltbund e.V. warnt eindringlich vor den Folgen dieses Großflächenversuchs.

Das Insektizid Clothianidin baut sich nur schwer und erst nach mehreren Jahren ab. Die Zerfallsstoffe sind ebenfalls für Insekten über und unter der Erde hoch toxisch.
Als systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel findet man dieses Insektizid in jedem Pflanzenteil und in jedem Beikraut wieder. Somit entfalten die systemisch wirkenden Pestizide einen Wirkraum, der weit mehr umfasst als die Kulturpflanze.

Imker stehen fassungslos neben Ihren Bienenkästen und erleben, wie die sonst zielsicheren Arbeiterinnen auch nachts nicht mehr in ihre Staaten zurückfinden.
Die Völker sind nach einigen Tagen leer. Andere kauern noch vor sich hin und werden leicht krank oder fallen nun der Varroa-Milbe zum Opfer, die sich am liebsten bei der Brut, also im leer geflogenen Bienenstock aufhält.

Diese Symptome des Bienenvolksterbens, die denen des CCD seit 2006 sehr ähnlich sind, werden derzeit von den zuständigen Behörden nicht anerkannt, weswegen Imker, deren Völker durch die Folge von Pflanzenschutzmittel verendet sind, keinerlei Anspruch auf Entschädigung haben.

Der Umweltbund e.V. fordert von Verbraucherministerin Ilse Aigner die Problematik des Bienenvolksterbens ernst zu nehmen.

Die Grenzwerte für den Nachweiß auf Schädigung durch Pflanzenschutzmittel dürfen sich nicht an der halben tödlichen Dosis orientieren, wenn bereits ein Zehntel derselben ausreicht, um die Bienen derart zu verwirren dass sie Ihren Stock nicht mehr finden.
Hier brauchen die Imker eine starke Ministerin, die den Ländern die Richtung weist, bevor es nichts mehr zu verwalten gibt.
Landwirtschaftsexperten des Umweltbund e.V. warnen schon lange vor der Gefahr der systemischen Pestizide, insbesondere deren Wirkung nicht auf den eigentlich zu schützenden Pflanzenteil beschränkt bleibt, sondern auch in Nachfolgekulturen, Gründüngungen und Kulturbegleitenden Kräutern gefunden wird.
Ein Cocktail verschiedenster Gifte reichert sich seit Jahren im Boden an, auf diese Weise werden noch Jahre später, Milliarden nützlicher Insekten durch Pflanzen vergiftet, die gar nicht durch Pflanzenschutzmittel geschützt werden müssten, dabei auch unsere Honigbienen.


Manfred Gerber
Umweltbund e.V.

Pressemeldung des Umweltbund e.V. vom 3.April 2010

"Bieneninstitute lassen Imker im Stich - massive Völkerverluste werden Imkern angelastet"

Die Bienenhaltung ist in diesen Zeiten doppelt schwer. Immer weniger Nahrungsangebot lässt die Bienen bereits im Frühsommer hungern und das, was den Bienen aufgetischt wird, ist derart mit Pestiziden belastet, dass die Bienenvölker krank werden und den Winter in vielen Fällen nicht mehr überleben.
Nach Schätzungen des Umweltbund e.V. haben wir europaweit in diesem Winter weit mehr als ein Drittel der Bienenvölker verloren. In vielen Landstrichen leben gar keine Bienenvölker mehr, was kurz vor der Obstblüte bei schlechtem Wetter auch eine Katastrophe für die Landwirtschaft bedeutet, denn jedes Kind lernt, ohne Bienen wächst kein Obst und kein Fruchtgemüse, bzw. nur so wenig, dass der Ertrag sich für Obstbauern nicht mehr lohnt.

Biene auf Löwenzahnblüte


Die betroffenen Imker schauen ratlos auf ihre leeren Bienenkisten. Manch einer sucht die Schuld an dem alljährlich schlimmer werdenden Bienenvolksterben bei sich. Andere glauben, dass die Menge von mehr als 50 chemischen Substanzen, die im Bienenbrot gefunden werden, für eine Immunschwäche der Völker und damit für das rätselhafte Bienenvolksterben verantwortlich ist.
Viele Imker wenden sich daher Rat suchend an die deutschen Bieneninstitute, die allein dem Namen nach hierfür zuständig sein müssten.
Was Imker dann erleben, ist für viele der ehrenamtlichen Bestäubungshelfer ein Schlag ins Gesicht. Aus den Bieneninstituten hört man per Ferndiagnose nur, es handle sich um Fehler der Imker, die gegen die Varroamilbe nicht behandelt hätten und ansonsten Ihre Arbeit mehr schlecht als recht erledigen würden.
Die Imker wissen oft nicht, dass Bieneninstitute den Landwirtschaftsministerien der Länder untergeordnet sind und daher ausschließlich die Interessen der Landwirtschaftsminister vertreten. Ob ein Bienenvolk durch Pestizide geschädigt oder an einer Krankheitsursache eingegangen ist, macht für die Landwirtschaftsministerien einen großen Unterschied. Sie müssten gegen die Interessen Ihrer Mitglieder handeln und die Bienen schädigenden Pestizide verbieten. Es gilt daher die Direktive, beim Bienenvolksterben so gut wie keine Ursachenforschung zu betreiben.
Ein Meister dieses Fachs ist sicherlich Herr Dr. Rosenkranz vom Bieneninstitut Hohenheim, der trotz massivster Vorwürfe und vollzogener Rücktritte darauf beharrt, dass der Imker der Hauptverursacher des Bienensterbens sei.
Auch das von den Bieneninstituten seit Jahren durchgeführte Bienenmonitoring werten Fachleute nur als Scheinstudie, die absichtlich wichtige Aspekte, wie die subletale Wirkung von Pestiziden außer Acht lässt, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es ein Bienenvolksterben gar nicht gibt. Die Kritik von namhaften Wissenschaftlern am BINEMO füllt Bände, ist jedoch kein Anlass für die Verantwortlichen, beim Bundesministerium für Verbraucherschutz diese Verschwendung von Steuergeldern zu überprüfen bzw. zu beenden.
Der Umweltbund Initiative der Imker, Landwirte und Verbraucher e.V. rät den Imkern, nicht mehr mit den Bieneninstituten zu kooperieren und fordert die Bundesregierung auf, dieses Falschspiel zu beenden. Die Interessen der Imker, die das drittwichtigste Haustier betreuen, müssen durch eigene Interessensverbände vertreten werden. Derzeit werden die Fördergelder der EU nur gegen die Imker eingesetzt, was unserer Volkswirtschaft tatsächlich mehr schadet als nützt.
Die Bienenzüchter weiter am Gängelband der Landwirtschaftsverbände zu führen, bedeutet das Ende einer Imkerkultur herbeizuführen, die zum Wohle des Bürgers und zur Arterhaltung der Natur dienen soll.

V.i.s.d.P. Manfred Gerber
Mitglied des Umweltbund e.V.


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oder schicken Sie uns einfach eine Email an: bergerfriedhelm@t-online.de

eric.zeissloff@free.fr

oder per Postkarte an unsere Vereinsadresse:

Zeissloff Eric
7, rue de Lampertheim
F-67370 Pfulgriesheim

Die Imker in Deutschland mussten in diesem Winter Rekordverluste hinnehmen. Mehr als 30 % der deutschen Bienenvölker können in diesem Frühjahr kein Obst bestäuben. In einigen Gebieten sind mehr als 60 % der Bienenvölker eingegangen. Die betroffenen Bienenzüchter können den Abwärtstrend nicht mehr aufhalten.Vor einem Jahrzehnt hielten die Imker in Deutschland etwa 1 Million Bienenvölker. Jetzt sind es noch 400.000 - 500.000 und das, obwohl sich inzwischen immer mehr Menschen für die Imkerei interessieren.

Auch vor zehn Jahren hatten Bienenhalter Schwierigkeiten mit diversen Insektengiften. Wenn Bienenschäden festgestellt wurden, konnte dies jedoch meist auf die Anwendung bienengefährlicher Mittel zurückgeführt werden. Seit der Einführung der systemischen Pestizide in der Landwirtschaft vor 10 Jahren ist die Zahl der gehaltenen Bienenvölker um mehr als die Hälfte geschrumpft. Die alljährlichen Rückgänge legen die Vermutung nahe, dass es bereits in wenigen Jahren nur noch sehr wenige Bienenvölker in Deutschland geben wird.

Eine Untersuchung des Bienenbrotes verdeutlicht die Problematik unserer Immen. Im Nahrungsdepot der Bienenvölker finden sich mittlerweile mehr als 50 chemische Substanzen, die größtenteils aus der Landwirtschaft stammen und im Honig, streng genommen, gar nichts zu suchen haben. Einige dieser Substanzen stehen seit mehreren Jahren im Verdacht, für das weltweite grassierende Bienenvolksterben verantwortlich zu sein.
Insbesondere die Neonicotinoide Clothianidin und Imidachloprid der Firma Bayer AG, verursachen seit deren Zulassung als Insektizide in Europa erhebliche Verluste bei den Imkern.
Durch das bereits in kleinsten Dosen wirkende Insektengift Clothianidin, wurden im Frühjahr 2008 nachweislich 12.500 Bienenvölker getötet. Daraufhin wurde die Zulassung dieses Wirkstoffes für die Behandlung von Maissaatgut zurückgenommen. Eine Besserung der für Bienenzüchter katastrophalen Lage konnte hingegen nicht erreicht werden. Der Wirkstoff Clothianidin baut sich erst drei Jahre nach der ersten Anwendung zur Hälfte ab. Wird eine Folgekultur ebenfalls mit diesem Insektengift behandelt, reichert sich Clothianidin weiter im Boden an und findet sich danach in jeder dort wachsenden Pflanze und in jedem Pflanzenteil wieder.

So wurden auch im Jahr 2009 unter anderem Raps und Rübenpflanzen mit Clothianidin behandelt, obwohl bei einer Behandlung von Raps eine erhebliche Kontamination des Nektars und Pollens zu erwarten war. Die Folge dieser rücksichtslosen Agrarpolitik lässt die Bienenvolkzahlen schneller schrumpfen, als es den Imkern möglich ist, dies auszugleichen.
Per Sondergenehmigung hat das Bundesverbraucherschutzministerium BMVEL in diesem Jahr dem Bayergift wieder die Zulassung für den Maisanbau erteilt. Nun soll das Mittel nicht als Saatgutbeize zum Einsatz kommen, sondern als Granulat in den Boden injiziert werden. Sobald sich das Gift im Boden verteilt hat, nimmt es jede Pflanze, die dort wächst, wieder in sich auf und wird in allen Pflanzenteilen für Bienen und Nutzinsekten zur Giftpflanze.

Die zuständigen Landwirtschaftsminister begründen die Zulassung damit, dass lediglich die falsche Aussaattechnik für das größte Bienenvolksterben der deutschen Geschichte 2008 verantwortlich gewesen sei, obwohl italienische und französische Wissenschaftler eindeutig die Bienenvolkschädlichkeit von Clothianidin nachgewiesen haben, weswegen das Mittel in Frankreich und Italien verboten ist.

In Deutschland hingegen vertrauen die Landwirtschaftsminister gänzlich den Aussagen der Firma Bayer AG, die das Insektengift als für Bienen unschädlich bezeichnet und riskieren damit ein landesweites Aussterben des drittwichtigsten Haustieres. Die Auswirkungen dieser Industrietreue wird der Bürger später teuer bezahlen. Alleine der Ausfall der Bestäubungsleistung unserer Honigbienen würde die Allgemeinheit jährlich Milliarden Euro kosten. Obst und Fruchtgemüse würde in Zukunft nur wenig oder keinen Ertrag mehr bringen. Viele Blütenpflanzen und Wildblumenarten sind ohne Bienen vom Aussterben bedroht.

Der Umweltbund fordert daher von der Bundesregierung das sofortige Verbot des Pflanzenschutzmittels Santana mit dem Wirkstoff Clothianidin, um einen weiteren Rückgang der Bienenvolkpopulation zu vermeiden.
Da das Mittel noch Jahre im Boden verbleibt, ehe es größtenteils abgebaut ist, würde auch nach einem vollständigem Verzicht dieses Insektenkillers für alle landwirtschaftlichen Kulturen, die bienenschädliche Wirkung noch mehrere Jahre anhalten.
Aus Sicht der Imkervertreter des Umweltbundes ist es daher bereits 5 nach 12. Ohne rechtliche und finanzielle Unterstützung der Europäischen Union werden die Imker diesen Abwärtstrend im Insektenreich nicht mehr aufhalten können.
Um den Bienen in Europa noch ein Chance zu geben, fordert der Umweltbund e.V. alle systemisch wirkenden Pestizide sofort zu verbieten.
Es darf nicht weiter hingenommen werden, dass ein Pflanzenschutzmittel sowohl den Boden als auch die ganze Pflanze vergiftet. Wollen die Landwirte Ihre Kulturen schützen, müssen der Nektar und der Blütenpollen in Zukunft wieder giftfrei bleiben, sonst wird eines der nützlichsten Haustiere der Menschen bald ausgestorben sein.


Manfred Gerber
Mitglied des Umweltbund e.V.

Pressemeldung des Umweltbund e.V., Initiative der Imker Landwirte und Verbraucher Viernheim 23.4.2010

Umweltbund e.V. fordert Verbot der "Sonderzulassung" des Bayergiftes Santana mit dem Wirkstoff Clothianidin.

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressemeldung des Umweltbund e.V. Viernheim den 14.Mai 2010

Umweltbund deckt Gentechnikskandal auf.

Ein Drittel der Maissaat gentechnisch verunreinigt.


Umweltbund fordert flächendeckende Tests wegen gentechnischer Verunreinigung von Maissaat.

Im Mai wird in Deutschland der Mais ausgesät. Mais dient nicht nur als Futterpflanze für unsere Nutztiere, sondern wird wegen seiner hohen Energiemenge zunehmend als Energiepflanze für Biogasanlagen angebaut.
Bei Stichproben des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) wurde Maissaatgut auf Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen untersucht.
Während im letzten Jahr die Proben verschiedener Feldsaaten kein gentechnisch verändertes Saatgut enthielt, waren in diesem Jahr 1/3tel der Proben positiv.
Da das Maissaatgut vieler Orts bereits im Boden ist, können die betroffenen Landwirte nicht mehr Ihr Saatgut überprüfen lassen, um es im bei Verunreinigungen gegen saubere Saat auszutauschen. Die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais ist in Deutschland verboten.
Die Landwirte müssen nun befürchten, dass GVO-Mais ins Futter und damit in den ganzen landwirtschaftlichen Kreislauf gelangt.
Der Umweltbund e.V. kritisiert das Saatgutmonitoring von Schleswig Holstein im Bezug auf die Probenanzahl, und lobt die Verantwortlichen zugleich, denn Schleswig Holstein ist das einzige Land, das sich zur Verunreinigung von Maissaatgut äußert.
Da die Saatguthändler in der Regel überregional handeln, dürfte der Zustand in den anderen Bundesländern nicht sehr davon abweichen.
Sollte die Maissaat in Deutschland flächendeckend zu 33 Prozent mit GVO-Saat verunreinigt sein, wäre das eine Katastrophe für die Landwirtschaft, die die Folgen einer Verunreinigung zu tragen hat.
Der Umweltbund e.V. fordert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein flächendeckendes GVO-Screening der Maissaat.
Nur wenn schnell gehandelt wird und im Rahmen der 'guten fachlichen Praxis' die Gene durch andere Anbaumaßnahmen ausgehungert werden, kann eine Verseuchung unserer Böden mit gentechnisch veränderten Organismen noch abgewendet werden.

VISDP
Manfred Gerber, Umweltbund e.V. lesen Sie hierzu offener Brief des Umweltbunde.V. an Ministerin Aigner

Pressemeldungen des Umweltbund e.V.

Umweltbund deckt Gentechnikskandal auf.

Ein Drittel der Maissaat gentechnisch verunreinigt.

Sehr geehrte Frau Aigner Viernheim den 18.5.2010

Beim Saatgutmonitoring in Schleswig-Holstein wurden in 2 von 6 Saatgutproben gentechnische Verunreinigungen festgestellt.
Die restlichen Bundesländer machen zur Verunreinigung des Saatgutes keine Angaben.
Der Anbau von gentechnisch verändertem Mais ist in Deutschland verboten. Für Saatgut gibt es keinen Grenzwert. Sollte auch in den übrigen Bundesländern das Maissaatgut mit GVO-Saat verunreinigt sein, werden große landwirtschaftliche Flächen mit gentechnisch veränderter DNA kontaminiert.
Durch Agrobakterien ist ein Gentransfer auf andere Pflanzen sehr wahrscheinlich.
Die Maisblüte beginnt im Juli. Aufgrund des hohen Maispollenanteils in von Bienen gesammelten Blütenpollen, wird gentechnisch veränderter Maispollen auch auf andere Maisfelder transportiert.
Wie bewahren Sie die Landwirte vor möglichen Schäden durch kontaminiertes Maissaatgut?
Gibt es ein bundesweites Saatgutmonitoring?
Gibt es weitere Untersuchungen der Länder?
Das Ministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz sollte umgehend die verunreinigten Chargen ausfindig machen und entsprechende Flächen roden lassen, bevor es im Juli zu einer unkontrollierten Auskreuzung von gentechnisch manipulierten Mais kommt.

Welche Sofortmaßnahmen gegen eine unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch verunreinigter Maissaat haben Sie bisher getroffen, nachdem Sie von der Verunreinigung des Maissaatgutes in Kenntnis gesetzt wurden?
In einer Pressemeldung hat der Umweltbund e.V. auf die möglichen Folgen der Verunreinigung hingewiesen. Wir unterstützen Sie auch gerne mit kompetenten Gegenstrategien, um eine Verbreitung gentechnisch veränderter Maispflanzen zu verhindern.

mit freundlichen Grüßen
Manfred Gerber, Umweltbund e.V.

 

Antwortschreiben von Dr. Prinz im Auftrag von Ministerin Aigner

 

Sehr geehrter Herr Dr. Prinz, sehr geehrte Frau Ministerin Aigner, 1.6.2010


vielen Dank für Ihre Rückantwort.

Wir gehen davon aus, dass es Ihnen als Wissenschaftler, Herr Dr. Prinz, bestimmt bewusst ist, was Stichproben bedeuten. Sie wissen auch, dass in Schleswig Holstein 1/3 der Stichproben gentechnisch verseucht gewesen sind. Von den anderen Bundesländern haben wir keine Publikationen von diesem Jahr erhalten. D. h. aber, da es Stichproben sein sollen, dass immer noch 30 % der Saatgutpartien, gentechnisch verseucht, ausgesät wurden.

Wie werden Sie nun die gentechnische Verunreinigung der Umwelt verhindern?
Wie können Landwirte über Verunreinigungen Ihres Maissaatgutes informiert werden?

Unsere Mitglieder und die befreundeter Umweltorganisationen sind sehr besorgt im Bezug auf die Tragweite einer möglichen flächendeckenden Verunreinigung mit gentechnisch veränderter DNA.
Bitte beantworten Sie uns, welche Sofortmaßnahmen sie noch vor der Maisblüte ergreifen, um das Verbot des Ausbringens von gentechnisch verändertem Saatgut in Deutschland, durchzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Gerber, Umweltbund e.V.


Inhalt:

Pressemeldung des Umweltbund e.V. vom 22.6.2010

 

Pestizidabdrift - Kontrollen der Landwirtschaftsbehörden in Deutschland sind nicht
ausreichend, um eine Gesundheitsgefährdung von Landwirten und Bevölkerung zu
vermeiden.

Kontrollen zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdung von Feldarbeitern und Passanten sollen in Deutschland von den Berufsgenossenschaften und den Landwirtschaftsämtern durchgeführt werden. Selbständige 'Grünberufler' müssen sich über die Berufsgenossenschaften zwangsversichern lassen, haben also keine Wahlfreiheit, sich bspw. aufgrund unzureichender Leistungen andere Versicherer zu suchen.

Eine besonderes Gesundheitsrisiko sind giftige Pestizide, mit denen Landwirte und Gärtner regelmäßig berufsbedingt in Kontakt kommen, und die nachweislich gesundheitsschädigend wirken. Hier reichen die Vorschriften der Zwangsversicherungen jedoch nicht aus, um den Schutz der Arbeiter und damit auch den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.
Weder das 48 stündige Betretungsverbot und Kennzeichnungsgebot für mit Pestiziden behandelte Felder und Feldwege, noch der ausreichende Schutz vor Mikroorganismenabdrift wird eingehalten. Die Schulung der Landwirte zur Verhinderung
der Pestizid- und Mikroorganismenbelastung reicht nicht aus, um Arbeiter, Passanten und Anwohner ausreichend zu schützen. Pflanzenschutzmittel (Spritzmittel) und Gülle werden nicht unter Berücksichtigung von Abdrift und Vermeidung von Gesundheitsgefährdung ausgebracht, wodurch Spaziergänger und Bevölkerung gesundheitlich geschädigt werden.
Fäkalien- und Schmutzbakterien sowie Pestizide sind als Auslöser von Autoimmunerkrankungen bekannt. Die Vorschriften zum Umgang mit diesen Gefahrenstoffen berücksichtigen dies jedoch nicht.
Aufgrund einer einseitigen Interessenskoalition zwischen konventionellen Landwirtschaftsverbänden und den Berufsgenossenschaften, werden ökologisch sinnvolle Alternativen zum Schutz der 'Grünberufler' und Erholungssuchende durch die Zwangsversicherer ignoriert.
Aufgrund einseitiger Schulung durch pestizidgläubige Landwirtschaftslobby können subletale Erkrankungen durch Pflanzenschutzmittel durch die Berufsgenossenschaften größtenteils ignoriert werden. Die Kosten für diese vermeidbaren Krankheiten übernimmt dann die Allgemeinheit.
Da die landwirtschaftlichen Sozialsysteme mit ihren Berufsgenossenschaften in Deutschland staatlich geförderte Zwangsversicherungen sind, sollte man davon ausgehen können, dass die Gesetze und Verordnungen zum Wohl der Bevölkerung und Arbeiter dienen, das ist in Deutschland leider nicht so.
Wir www.umweltbund.eu, Initiative der Imker, Landwirte und Verbraucher e. V. haben sowohl den landwirtschaftlichen Sozialversicherungen als auch den Politikern der Bundes Republik Deutschland und der Bundesländer mehrfach das Angebot der Schulung zum hundertprozentigen Pestizidverzicht und zur Eindämmung von Mikroorganismen, durch gezielte Düngung angeboten. Deutschland hat sich bereits in den neunziger Jahren dazu im Rahmen des 'integrierten Pflanzenbaus und Pflanzenschutzes' verpflichtet.

Leider müssen wir feststellen, dass bis heute

Solange diese Gesundheitsrisiken weiterhin durch die Berufsgenossenschaften ignoriert werden, fordern wir die Politiker auf, diese Organisationen als Zwangsvereinigungen, endlich EU konform, aufzulösen.
Wir bitten alle Krankenkassen, auf die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften einzuwirken, um konsequent die Verordnungen und Gesetze zum Wohl aller Bürger umzusetzen und eine Verschleierung von berufsbedingten Krankheiten aufzudecken.
EU Verantwortliche haben uns 2010 bzgl. der Pflicht der konsequenten Vermeidung von Pestiziden und Mikroorganismen Recht gegeben, trotzdem können wir diesbezüglich in Deutschland noch keine Änderung zum Guten feststellen.
www.umweltbund.eu Vorstandschaft